Shame on you!!!

Im Februar 2020 fragte mich Fritz, ein etwas älterer Herr um die 80zig Jahre, ob ich ihn bei seinem Umzug in eine Institution die «betreutes Wohnen» anbietet, unterstützen könne, er bräuchte einen TV-, Internet- und Telefon-Anschluss.

An sich kein Problem, verfügt das nigelnagelneu gebaute Haus doch über Glasfaser-Anschlüsse, die OTO-ID ist bekannt, also keine grosse Sache fhnw office herunterladen. – Dachte ich…

Doch Irren ist bekanntlich menschlich, das zeigt die Odyssee durch verschiedene Provider-Portale und Kontakte, die sich aus diesem an sich wirklich banalen und kaum der Rede werten Auftrag ergaben.

Ich einer, der solche Dinge normalerweise sofort angeht, wie schnell ist irgendwo ein «Knopf» der Verspätungen auslöst und dann klappts nicht auf den Stichtag herunterladen. – Ergo bestellte ich bei Green im Februar 2020. – Da bleibt bis am 01.05.2020 mehr als genug Zeit.

Weil stockseriös, erkundigte ich mich laufend über den Stand der Bestellung, des Abonnements, der zu liefernden Hardware, alles war stets im «grünen Bereich».

Um den 20.04.2020 erkundigte ich mich bei Fritz, ob das Material (Router & Co.) angekommen wäre, er verneinte. – Und so erkundigte ich mich wieder, wie der Stand wäre herunterladen. – Alles gut, sagte man mir.

Bloss war am 30.04.2020 immer noch kein Material vorhanden und ich erkundigt mich wieder. – Ernüchternde Antwort: Auf der neuen Technologie in diesem Haus könne man keine Abonnemente machen, man hätte vergessen, mir das mitzuteilen.

Ehrlich?? – Um Herauszufinden, dass man auf dieser Technologie «nicht kann» benötigt man Wochen und Tage um am Tag vor dem Einzug, auf Rückfrage, zu melden, man könne nicht gift contract free of charge? – Eine wahrliche Meisterleistung, wirklich!

Der Vorschlag klang plausibel, als Green mir vorschlug, das Abonnement auf Kupferkabel zu ändern. – Tiptop, bloss gibt es keine normalen Kupferkabel in diesem Gebäude, was aber der Herr am anderen Ende der Telefonleitung besser zu wissen schien als ich, der ich vor den Anschlüssen stand herunterladen.

Zwischenfazit 1: Mit Green geht’s da nicht, anfangs Mai 2020 wurde der Vertrag gecancelled und die Vorauszahlung seitens Green zurück erstattet.

Also einen anderen Provider ausgesucht. – Wir versuchen es mit Salt, denn Salt meint, dass die Leitungen des Hauses für sie «sichtbar» wären und es es somit kein Problem darstellen dürfte, da einen Fiber-Anschluss zu machen. – Drei Wochen Vorbereitungszeit und dann wiederum: Die abschlägige Nachricht. Auch Salt kann auf dieser neuen Technologie keine Anschlüsse anbieten.

Das exklusive Recht liegt also beim mit Abstand teuersten Provider, bei der Swisscom. – Klar doch, dass Rentner möglichst viel Geld für eine «normale» Leistung ausgeben können und wollen. – Wer das beschlossen hat, dem ist noch bedeutend mehr Unsinn zuzutrauen.

Salt war dafür immerhin in der Lage, mir eine Ausweichsmöglichkeit anzubieten. – Einen LTE-Router. – Der funktioniert mit einer Daten-SIM-Karte und baut die Internetverbindung über die Luft, das Handynetz, auf. Der Rest «inhouse» funktioniert über WLAN. – Eine gute Lösung, die kenne ich, habe selbst so eine im Einsatz, das machen wir so. – Ich bestellte also den Router mit einer neuen Daten-SIM-Karte und gab gleichzeitig den Auftrag, die bestehende Mobilnummer zu Salt zu portieren.

Zwei Aufträge, sehr einfach: Ein LTE-Router mit neuer Daten-SIM-Karte und eine Nummernportierung.

Und wiederum sind diese beiden Aufträge nur scheinbar einfach! – Denn was dann passierte, spottet jeder Beschreibung: Salt portiert die bestehende Mobilnummer auf eine Datenkarte, ansonsten passiert nichts, ausser, dass Fritz nun weder Telefon noch TV noch Internet hat. – Da war es vorher, da funktionierte wenigstens noch das Smartphone, geradezu paradiesisch…

Also Salt kontaktiert und den Sachverhalt beschrieben. – Nach nur drei Wochen konnten diese Probleme auch gelöst werden, Fritz kriegte ein Paket mit Router und Daten-SIM-Karte. Ab dem Eintreffen des Pakets dauerte es dann nur noch zwei Wochen, bis die Daten-SIM-Karte auch aktiviert werden konnte, doch das ist eine andere Geschichte…

Zwischenfazit 2: Nur gerade zweieinhalb Monate nach dem Einzug funktioniert der LTE-Router, ich konnte die TV-Lösung installieren und den PC verbinden.

Fritz kann nun Fernsehen und Surfen.

Eines blieb offen, ich entschuldige mich hier und jetzt bei Fritz, dass ich keinen Biss mehr habe, Ihm noch einen Fixnet-Anschluss machen zu lassen, denn ich habe mehr als 40 Stunden, teilweise völlig konsterniert, am Telefon verbracht, dies selbstverständlich zum Nulltarif und in meiner Freizeit, ist ja Ehrensache. – Es tuet mir leid: I ma nümme mit dene Dame u Herre liire!!!

Shame on you Green, Salt und Heim für betreutes Wohnen. Gerade bei älteren Leuten würde ich alles dermassen verkomplizieren, dass diese überhaupt nichts mehr verstehen, denn selbstverständlich musste Fritz bei jedem Telefonat daneben sitzen und bestätigen, dass ich das für ihn wirklich machen dürfe. Denn aus «Datenschutzgründen» kann man mir ja nicht einmal sagen, ob das Paket für Fritz seitens des Providers losgeschickt wurde (notabene: Die Provider geben nicht einmal Auskunft, wenn ich für meine Frau was anfrage, obwohl auf dem Einzahlungsschein ganz klar ihr und mein Name draufsteht!!).

Aber wenigstens bin ich einen Spruch losgeworden. – Als ich an der Salt Hotline die mich bedienende (na ja!) Frau fragte, ob sie auch Denken würde und sie mir mit einem entschiedenen «Nein» antwortete bemerkte ich, dass etwas Denken ab und an durchaus behilflich sein könnte. – Wenigstens ein kleiner Schmunzler in dieser wirklich überaus traurigen Angelegenheit…

Schlussfazit, kurz und bündig: SHAME ON YOU!!!!

NACHTRAG zum Zwischenfazit 1 mit Green:
Das «shame on you» wird noch grösser, wenn ich Ihnen hier und jetzt verrate, dass Fritz am 13.08.2020 von Green eine Rechnung über den Betrag von Fr. 143.60 erhalten hat. – Für Telefonie, TV und Internet! – Es scheint, dass Green langsamer als jeder Berner ist, denn um festzustellen, dass sie nicht «können» brauchen sie zwei bis drei Monate. Und um festzustellen, dass Fritz keine Leistung von ihnen bezieht, benötigen sie nochmals 3 Monate. Und den Lehrling, denn der hat die Bereinigungs eMail geschrieben und, so vermute ich stark, ist dem ganzen Zauber nachgerannt. – Es ist gut zu wissen, dass da wenigstens jemand den Überblick hat……