Das fast gestohlene Fahrrad

Mir wurde vom Mittwoch, 21.05.2014 auf Donnerstag, 22.05.2014, aus der Einstellhalle das Fahrrad gestohlen. – Am Donnerstag habe ich weiss ich wie viele Stunden damit verbracht, Polizeirapporte für die Versicherung zu erfassen, etc. Gleichzeitig habe ich mehreren Leuten aus Neuenegg eine E-Mail geschickt, sie sollen doch die Augen offen halten. Mein Velo ist nicht ganz 08/15, aus diesem Grund extrem leicht zu erkennen. Insbesondere für diejenigen, die es schon einmal gesehen haben.

Am Abend erhielt ich einen Hinweis, dass X.Y. mit einem Fahrrad zur Schule gekommen sei. Der X.Y. habe noch nie ein Fahrrad gehabt und das, mit dem er zu Schule gekommen sei, wäre fast mit Bestimmtheit das meinige. Der X.Y. habe zwar gesagt, dass er dies mit seinem Bruder gekauft hätte. Aber das schien selbst mir, normalerweise «Susi Sorglos», etwas zu viel «Zufall» zu sein.

Ich ging also zu der Familie Y. hin (also, die heissen nicht Y., aber X.Y. steht da auch angeschrieben) um mich zu erkundigen:

  • Der Türöffner wollte gar nichts von einem Fahrrad wissen. Es handelte sich wohl um den Bruder (?);
  • Der zweite (vielleicht handelte es sich um den Vater oder sonst irgendwie um das Familienoberhaut, jedenfalls etwas älter) der an die Türe kam, erzählte mir eine Geschichte von einem am Dienstag nach Bümpliz zum Mechaniker gebrachtem Fahrrad. Das habe «man» gekauft. Das war um 17:50h. Derjenige der das Fahrzeug fahre sei nicht zu Hause, er käme gegen 19:30h wieder und ich könne gerne vorbeikommen.
  • Also ging ich um 20:30h nochmals hin und hörte eine Geschichte darüber, wie er, X.Y., das Fahrrad in Flamatt im Gebüsch gefunden hätte und davon ausgegangen sei, dass es niemandem gehöre.

Ich kam mir vor wie bei einer Märlistunde bei Trudi Gerster selig. – Irgendwie in Trance, zurückversetzt in meine Kinderjahre…

Die harte Realität jedoch ist, dass es sich wirklich um mein Fahrrad gehandelt hat. Dieses habe ich jetzt wieder zu Hause und hoffe, dass es keinen Schaden genommen hat.

Schade, dass heute nicht mehr gross unterschieden wird zwischen «mein» und «dein». – Schade auch, dass ich in knapp 3 Stunden drei, vielleicht sogar viermal vorsätzlich brandschwarz angelogen worden bin.

Ausser mir vor Freude über das Wiederfinden meines aus dem oberen Preissegment stammenden Fahrrads, habe ich in einem Anfall von Gutmütigkeit gesagt, dass ich die Anzeige gegen Unbekannt, mir jetzt bekannt, zurückziehen werde (vorhin gerade erledigt). Ich gehe davon aus, dass es im Sinne des jugendlichen Straftäters ist, nicht bereits in diesem Alter «Tauggen im Reinheft» einzufangen. Das wirkt sich nicht unbedingt positiv auf den Lebenslauf aus.

Und, unter uns gesagt: Leicht dümmlich (sehr schöngeredet!!) ist die Tat schon. Denn wer klaut schon das Fahrrad des Vaters einer Klassenkollegin, dies knapp 80m Luftlinie von zu Hause, fährt damit zur Schule, gibt damit an und erzählt in 3 Stunden drei- bis vielleicht viermal andere Geschichte??

All das aber, sind unbewiesene (zugegebenermassen recht gschpässig und doch logisch zusammenhängende) Mutmassungen und deshalb mit Vorsicht zu geniessen. – In dubio pro reo…..

Minetwäge, de sygs eso!

Obwohl ich eigentlich für die verbratenen Stunden Rechnung stellen sollte.

NACHTRAG:

Bei der nächsten Ausfahrt stellte sich heraus, dass die Federgabel nicht mehr blockiert werden kann. Das Hinterrad hat einen Schlag der sich anfühlt, als würde man bei jeder Radumdrehung über einen Trottoir-Rand fahren. Und die Schaltung ist defekt! Was man in einem Tag alles kaputt machen kann (wenn es einem nicht gehört!) ist doch erstaunlich…