Wenn der Amtschimmel wiehert und schimmelt…

Aktuell wird überall gejammert. Bei den Kantonen, beim Bund, in der Landwirtschaft, in den Schrebergärten…

Es hat zu wenig Bienen/Imker und die Bienen/Imker sterben, die Bienen schneller, die Imker etwas langsamer, weg und aus. – Hinzu kommen Killer-Hornissen, Varroa-Milben, Faulbrut und anderer importierter Quatsch, der den Bienen den Garaus macht. – Eine wirkliche Misere!

Weil mich das Beiele schon von Kindsbeinen an fasziniert hat und mir ein Kollege der ebenfalls Roger heisst, ein Bienenvolk versprochen hat, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und natürlich sofort zugesagt. – Wär weiss, wann so eine Gelegenheit wiederkommt?!

Weil ich die Bieni ja nicht auf dem Balkon oder im Kühlschrank halten kann, habe ich mich auf die Suche gemacht, um für die emsigen Bestäuber und Honigsammler einen bäumigen Standplatz zu finden. Dieser sollte idealerweise nicht drei Stunden von meinem Wohnort entfernt sein und es wäre ebenfalls günstig, wenn es vielleicht in der näheren Umgebung ausser Beton und Teer auch noch etwas Grünes hätte.

Wie ich feststellen musste, ist so ein Unterfangen gar nicht so einfach. – Eher das Gegenteil ist der Fall:

Gibt es ein leeres Bienenhaus, so ist es meist schnell wieder vergeben, baufällig, sollte abgebaut werden oder wird zur Sauna umfunktioniert. – So habe ich mir an die 15 solcher Häuser angesehen und bin effektiv nicht fündig geworden.

Schon fast resigniert habe ich aber einen Tipp erhalten:

Meine Wohnort-Gemeinde vermietet Schrebergärten und wenn der Standort geschickt ausgewählt wird, dann stören die Bienen nicht und tun, auch den Schrebergarten-Pflanzen, nur Gutes.

Ich also, nix wie los, habe mir so einen Schrebergarten «angelacht». – Weil ich stets mit offenen Karten zu Spielen pflege, habe ich immer darauf hingewiesen, dass ich darauf meine Bienen stationieren würde.

Zuerst habe ich an den Bau eines Bienenhauses gedacht, allerdings hat man mir seitens meiner Wohngemeinde mitgeteilt, dass ich für einen derartigen Bau eine Baugenehmigung benötigen würde. – Die Reglemente sagen das gleiche und so bin ich schlussendlich bei einfachen, transportablen, kleinen und praktischen Bienenkisten (50cm breit, 50cm tief und 58cm hoch) gelandet.

Weil ich als Mitglied der Umweltkommission regelmässig Kontakt mit Behördenvertretern habe und die Leute natürlich bereits auf mein Unterfangen angesprochen hatte, teilte ich diesen mit, dass ich nun die baubewilligungsfreie Variante «Bienenkasten» gewählt hätte.

Die Antwort war unbegreifbar, jedoch klar und deutlich:

Eine Bienenkiste benötigt eine Baubewilligung!!

Nun habe ich mir gedacht, dass das sicherlich eine Interpretationsfrage wäre und stellte nach einigen Nachfragen auch fest, dass dem wirklich so ist.

So bin ich nach diversen Telefonaten und E-Mails (deren Inhalt erspare ich Ihnen) irgendeinmal resigniert und mit einer Stinkwut im Bauch zur Gemeindeverwaltung gepilgert und habe mein Baugesuch abgegeben (es ist zum Dervoschnaage!).

Dies für eine Kiste die 13kg wiegt und wie oben erwähnt einen 0.145m3 umbauten Raum aufweist. Kosten tut die Kiste gerade mal Fr. 80.–.

Das Gesuch wird mich um die Fr. 150.–, es handle sich hierbei um den Mindestansatz, kosten und bei einem Kilopreis von Fr. 20.– für den Honig wird dieses Hobby (der gebuchte Imkerkurs und das restliche Zubehör kosten doch eine rechte Stange Geld; ämu ir Schwyz) den «break even point», also die Gewinnzone, wohl in den nächsten 30 Jahren nicht erreichen.

Somit kann ich sagen, dass ich wohl an meinem Todestag ein absolut unrentables Unternehmen namens «Imkerei» meinen beiden Töchtern vererben werde.

Als wohl erzogener Eidgenoss murre ich natürlich nicht, sondern schreibe dies für die Mitwelt einfach mal auf. – Bitte machen Sie es besser als ich: Mit tut vom an die Stirne tippen der Zeigefinger bereits weh. Lassen Sie’s also bleiben!

Mein Fazit aus der Geschichte ist kurz:

Wenn ich Banker oder Manager wäre, dann hätte ich wohl den Dreh raus um mir vom Staat und von den Steuerzahlern noch ein paar Milliönchen ausbezahlen zu lassen, denn ich tue mit den Bienen wirklich nur Gutes, genau wie die Banker und Manager dies unserer Volkswirtschaft auch tun!

Röschu Reinhard aus Neuenegg aber, hat schon fast einen Schaden an den Rückenwirbeln vom ewigen Griff in die Portemonnaie-Tasche…

Henusode!

Vielleicht kriege ich irgendeinmal ein Denkmal für meine Verdienste an der Umwelt.

Publikation 2010 in der Ferienlektüre der Migros Aare Bern / Thomas Bornhauser