Pannenstatistik und Dienst am Kunden

Alles Schall und Rauch…

Sie fahren Auto und dieses ist schon älteren Jahrgangs? Sie denken daran, sich in näherer Zukunft ein neues Automobil zu erstehen und sind in der Evaluationsphase angelangt?

Hören Sie auf meinen Rat: Kaufen Sie niemals einen Mazda!! – Ausser, Sie verfügen über ein grosses Portemonnaie, sehr viel Geduld und Nerven, dick wie Drahtseile!

Folgendes ist mir passiert, respektive passiert beim Schreiben dieser Zeilen immer noch:

Meine beiden Modis, Amélie und Mélodie, meine Frau Daniela und ich, haben den oben erwähnten Evaluationsprozess vor etwa anderthalb Jahren angegangen weil unser damaliges Vehikel, ein Renault Kangoo, doch schon «etwas betagt» gewesen ist

Wir haben darauf geachtet, dass das Fahrzeug folgenden Kriterien entspricht:

  • wenig Benzin/Diesel Verbrauch
  • Schiebetüren bei den Kindern (der Beulen an den anderen Autos und dem damit verbundenen Ärger wegen)
  • das neue Vehikel sollte über 7 Sitzplätze verfügen (und zwar über solche, in die man sich nicht mit Vaseline und Schuhlöffel einzwängen muss)
  • weil Mélodie Eishockey spielt und die Tasche enorm gross ist, muss der Kofferraum geräumig sein
  • die Automarke sollte in der Pannenstatistik eher in den vorderen denn in den hinteren Rängen angesiedelt sein

Alles andere wie Farbe und Ausstattung war durch diese fünf Punkte eigentlich eher in den Hintergrund gerückt, das stellte aber kein Problem dar.

So haben wir evaluiert, sind Probe gefahren, haben uns im Internet informiert und haben unzählige Prospekte gelesen/durchgeblättert

Die Evaluation hat ergeben, dass es nicht so viele Fahrzeuge mit Schiebetüren gibt. Dieses Kriterium war für uns aber ein sogenanntes «Killerkriterium» und aus diesem Grunde blieben in der Fahrzeugliste nicht mehr gerade viele Fahrzeuge übrig. – Wobei «nicht mehr gerade viele» doch schon fast etwas «schöngeschrieben» ist. – Es gab noch folgende fünf potenzielle Nachfolger- Fahrzeuge auf der Liste:

  • Peugeot 807
  • Mazda 5
  • Renault Kangoo
  • Citroën Berlingo
  • Fiat Doblò

Wir haben es uns nicht leicht gemacht und sind all diese Fahrzeuge anschauen und Probe fahren gegangen.

Dabei schien uns nach längerem Zögern der Mazda 5 doch am besten für unsere Zwecke geeignet.

Weil wir den 6er im Lotto leider immer verpassen und nicht über das nötige Kleingeld für den mit rund Fr. 43‘000.– doch sehr teuren Mazda 5 verfügten, haben wir uns im Internet über ein mögliches Schnäppchen in Form eines Vorführwagens informiert und sind auch fündig geworden.

An unserem ehemaligen Wohnort Bümpliz, genauer im Stöckacker, gibt es eine Mazda Garage die eigentlich, bis auf ein paar wenige Details, genau unser Traumobjekt im Portfolio hatte.

Wir sind da also hingefahren und haben uns mit dem Garagisten relativ schnell über die Konditionen einigen können.

Dies war vor mehr oder weniger genau einem Jahr, also im Frühjahr 2008, der Fall und so sind wir stolze Besitzer eines knapp einjährigen Vorführwagens mit fast keinen Kilometern geworden.

Im Januar 2009, genau am 13.01.09, abends (genau um 19:20 Uhr) gab der Motor plötzlich komische Geräusche von sich und am darauf folgenden Tag, also am 14.01.2009, bin ich um 08:00 Uhr in der Stöckackergarage gestanden.

Genau seit diesem Tag steht das Auto nun in dieser Garage und nach mehreren Rückfragen und einem eingeschriebenen Brief an den Generalimporteur (der hat uns wenigstens eine absolut nichts sagende Antwort zukommen lassen) und der Weitergabe an die Rechtsschutzversicherung passiert:

EINFACH REIN GAR NICHTS.

Damit Sie dies nicht als Aprilscherz abtun, habe ich bis heute, am 02.04.2009, damit gewartet diese Geschichte aufzuschreiben. – Kurbelwellen- und Lagerschaden mit knapp 19‘000 Kilometern Fahrleistung an einem fast neuen Fahrzeug einer Fahrzeugmarke, die in den letzten Jahren immer an erster oder zweiter Position der Pannenstatistik gelegen hat. – Ehrlich: Ich bin überzeugt, dass ich als absoluter Laie in Sachen Autotechnik in dieser Zeit den Schaden mittels «trial und error» selbst hätte beheben können (vielleicht auch nicht?!)…

Natürlich hat uns die Garage ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt. – Natürlich kostet dieses wacker vor sich hin. Hinzu kommen noch die Ersatzfahrzeugausweise die jeweils mit Fr. 40.– zu Buche stehen und mittlerweile ist doch der dritte Ersatzfahrzeugausweis fällig geworden.

Unter uns gesagt: Das Fahrzeug hängt immer noch in genau gleicher Position auf dem Fahrzeuglift wie am 14. Januar 2009 am Abend und ein Ende der Reparatur ist nicht absehbar. – Dies weiss ich, weil ich ab und zu mal mit dem Ersatzfahrzeug dort vorbeifahre und unseren tollen Mazda 5 auf dem Fahrzeuglift bewundere. In dezenten Farben hübsch beleuchtet.

So eine Geschichte passiert in der Zeit, in der die Autobauer, -importeure und –verkäufer darüber jammern, dass die Leute kein Geld mehr für ein neues Fahrzeug ausgeben wollen oder können.

So muss ich konstatieren, dass die gleichen Leute offensichtlich auf hohem Niveau jammern, denn gute Werbung ist das bei weitem nicht und so gebe ich, falls Sie in der Evaluation eines neuen Autos sind, hier gerne meine Empfehlung ab:

Kaufen Sie niemals einen Mazda!!! – Mehr noch: Ziehen Sie es nicht einmal in Betracht einen Mazda zu kaufen!!!

Ausser wenn Sie sich mal wieder so richtig grün und blau Ärgern oder, wie ich, eine Realsatire verfassen möchten.

Nachbemerkung: Kurz vor Ostern 2009 haben wir unser Auto wieder zurückerhalten. – Eine wirklich grandiose Leistung!!!!

Publikation 2007 in der Ferienlektüre der Migros Aare Bern / Thomas Bornhauser