Wozu ist die Polizei da???

Das fragen sich die Bestohlenen und Verhöhnten in der Gemeinde Neuenegg seit einigen Monaten. Dies in beängstigender Regelmässigkeit, fast jede Woche.

In den vergangenen Monaten wurden in der Gemeinde nämlich nicht bloss zahlreiche, sondern zahllose Velos und Mofas gestohlen. Es wurden Sachbeschädigungen begangen. Und damit diese Diebstähle und Sachbeschädigungen gemacht werden konnten, musste, im rechtlichen Sinne, auch noch jedes Mal Hausfriedensbruch begangen werden.

Seitens der Bürger der Gemeinde wurden bei suisse-epolice.ch zahllose Anzeigen erstattet. Es wurde auch sehr oft auf dem Polizeiposten angerufen und es wurden Briefe, sogar an den Gemeinderat, geschrieben.

Diverse verwunderte Bürger der Gemeinde haben feststellen müssen, dass die Gemeinde wohl über einen Polizeiposten verfügt, dieser wohl aber lediglich dazu da ist, ein hübsches Schild mit Berner Wappen «spazieren zu führen». Denn in Uniform und im Dienst wurde da nie jemand angetroffen. Ich jedenfalls kenne niemanden, der jemals einen uniformierten Beamten angetroffen hat! Und wenn man auf dem Posten anruft kommt jemand in der Einsatzzentrale und man kriegt man zu hören, dass das «der normale Wahnsinn» sei.

Ich stelle fest, dass, wenn es drum geht, mobile Radarkästen aufzustellen, Schulkinder wegen scheinbarer Vergehen zu belästigen, einen Kiffer anzuzeigen oder einen Autofahrer zu verzeigen, weil sein Auto 10cm im Halteverbot steht, etc. die Damen und Herren in Uniform schon fast beängstigend schnell zur Stelle sind! – Sonst aber glänzen sie eher durch «nicht vorhanden sein».

Dies steht im Gegensatz zu den beschriebenen Delikten. Denn da ist, trotz vieler Anzeigen (es wurden immerhin siebzehn Velos und fünf Mofas gestohlen), bis heute noch gar niemand in Uniform vorbeigekommen. Und sie werden auch nie vorbekommen, da mache ich grad nochmals eine Wette. – Eben anders, als bei der Geschichte, die ich zufällig erfahren habe: Eine Kifferin aus Neuenegg hat Hanf-Samen in einem Grow-Shop in Holland bestellt. Ausgeliefert wurden die 15 Samenkörner durch zwei Polizeistreifenwagen mit vier uniformierten Beamten. Die Hausdurchsuchung gab’s gratis&franko mit dazu. Und einen Ausweisentzug. Und die Anordnung vom SVSA, zum Verkehrspsychologen gehen zu müssen. Von den Folgen gar nicht zu reden. – Meine Begeisterung hält sich in Grenzen!

Aber die Versicherung reguliert ja die Schäden, die Aufwendungen haben die Bestohlenen. Wieso sollte sich da die Polizei einmischen? – Sind ja eh nur Peanuts welche sich für die Staatskasse nicht rentieren. – Ich nenne dies «Verweigerung der Arbeit».

Klar ist, dass die Täterschaft durch das konsequente «nicht handeln» der Behörden geradezu ermuntert wird, weiterhin durch die Gemeinde zu streifen, Hausfriedensbruch zu begehen, Sachbeschädigungen zu machen sowie Velos und Mofas zu stehlen. – Eh ja: Es passiert ja nichts!

Die Polizei tut diese Delikte ja sowieso ab, als wären es Lausbubenstreiche. – Obwohl uns das Gesetz anderes lehrt:

  • Der einfache Diebstahl wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bedroht (Art. 139 Ziff. 1 StGB).
  • Begeht der Dieb den Diebstahl als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat […] wird er mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft (Art. 139 Ziff. 3 StGB).
  • Beim Hausfriedensbruch wird eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe angedroht (Art. 186); ebenso bei der Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB).

Dies, liebe Leserin, lieber Leser, sind keine «feuchten Träume» eines enttäuschten Bürgers. Das sind Zeilen aus dem Strafgesetzbuch der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Und es sind die Zeilen, die diesem Fall zur Anwendung kämen.

Und noch etwas: Die Entwendung eines Velos zum Gebrauch wird in allen Fällen als «Kavaliersdelikt» dargestellt. Ist es aber nicht! – Art. 94 des SVG gibt darüber perfekt Auskunft. Da steht nämlich:

  • Dass die Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft wird .

In Anbetracht dessen dünkt mich, dass es langsam aber sicher an der Zeit wäre, der Täterschaft das Handwerk zu legen. Es geht nicht an, dass Steuerzahler seitens der Polizei einfach ignoriert werden. Denn heutzutage ist es ja so, dass die Gemeinde die «Leistung» der Kantonspolizei teuer einkaufen muss. – Also wenn der Sanitär-Installateur meiner Wahl nichts tut, dann kriegt er von mir auch kein Geld…

Mein Fazit aus der Geschichte ist, dass (falls noch längere Zeit seitens der Behörden nichts unternommen wird) der eine oder andere Bürger sein Eigentum mit Gewalt verteidigen oder allenfalls wiederbeschaffen wird. – Und dann könnte es durchaus im Bereich des möglichen liegen, dass ein paar Leute eine grössere Anzahl blauer Flecke davonträgt.

Und etwas ist klar: Den Bestohlenen, das sind die, die bis anhin brav «einfach nichts» gesagt haben, droht dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Klage wegen Körperverletzung.

Und noch etwas ganz, ganz wichtiges:

Der Satz, dass der eine oder andere Bürger sein Eigentum mit Gewalt verteidigen könnte, könnte als «Drohung» aufgefasst werden. – Weil die Polizei mitliest, betone ich hier und jetzt ausdrücklich, dass ich ausgenommen bin. Der eine oder andere Bürger sind alle anderen. Nicht ich!!!

Ich bin lernfähig. Viel lieber als Drohungen auszustossen gehe ich ab sofort Velos und Mofas klauen. Denn das interessiert die Polizei und die anderen Behörden nicht. Und so kann ich mir sicher sein, dass man mich nie und nimmer erwischen wird.

Ist eigentlich diese Vorgehensweise Täter- oder Opferschutz??!

Frei à la Harry Hasler: Hu cärs!